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Ilona Hoferichter Montag, 1. November 2021 von Ilona Hoferichter

Adventszeit

Neue Figuren für die Krippe

Wenn Sie im letzten Jahr zur Weihnachtszeit an unserer Kirche vorbei kamen, fiel Ihr Blick auf unsere Krippe im Foyer. Eingebettet in Naturmaterialien waren die heilige Familie im Stall, die Hirten mit dem Engel auf dem Feld und die drei Könige zwischen Adventssternen zu sehen. Fall Sie jetzt denken: Ja, aber die Proportionen stimmten nicht so ganz, trügt Ihre Erinnerung Sie nicht.

Zugegeben, die Figuren wirkten in dem großen Stall schon recht klein. Da die alten Figuren größtenteils kaputt und nicht mehr zu reparieren waren, entschieden wir uns für diese Überbrückungslösung, um in diesem Jahr in Ruhe nach neuen, passenden Figuren für unsere Krippe zu suchen … und wir fanden sie in Beit Sahour, einem Nachbar­ort von Bethlehem.

Dort lebt Khader Zogbia mit seiner Familie. Wie in der arabischen Welt üblich, wird ein Mann immer mit dem Namen seines ältesten Sohnes als offizielle Höflichkeits­anrede angesprochen. So nennt er sich Abu Jakoub - „Vater von Jakob“. Abu Jakoub ist 65 Jahre alt und hat drei Söhne, die inzwischen selbst schon Familien haben. Die gesamte Familie ist griechisch-orthodox und gehört damit zu der kleinen Min­der­heit von Christ*innen in Paläs­tina. Seine Eltern waren Bauern, er kommt also nicht aus einem traditionellen Schnitzerhaushalt. Das Handwerk lernte er als Jugendlicher von einem Nachbarn, bei dem er auch in die Lehre ging. Heute betreibt Abu Jakoub seine eigene Olivenholzwerkstatt und auch einer seiner Söhne arbeitet dort mit.

Im Hof der Werkstatt liegt das Holz mindestens zwei Jahre zum Trocknen, ehe es verarbeitet wird. In der Werkstatt sind die Aufgaben aufgeteilt. Einer macht die groben Umrisse, ein anderer die Feinheiten und Abu Jakoub behält es sich vor, die Gesichter zu schnitzen und dem Produkt „den letzten Schliff“ zu geben.

Auf die aktuelle Situation angesprochen, wird er sehr nachdenklich. Durch Corona ist sein Umsatz um 80% zurückgegangen. Während er früher viel an Souvenirläden in Bethlehem und Jerusalem geliefert hat, ist er zurzeit ausschließlich auf den Verkauf ins Ausland angewiesen, da seit 1½ Jahren keine Tou­risten mehr ins Land kommen. Wir freuen uns, ihn mit diesem Auftrag unterstützen zu können.

Seien Sie also gespannt auf unsere neuen Krippenfiguren, die Abu Jakoub mit seinen Mitarbeitern für uns als Sonderanfertigung geschnitzt hat. Lassen Sie sich herzlich zu den Weihnachtsgottes­diensten einladen und betrachten Sie die Krippe aus der Nähe.

Ilona Hoferichter


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