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Idil Rack Freitag, 30. September 2022 von Idil Rack

Gedanken zur Zeit

Gelassenheit

Es gibt solche Abende: An denen ich sehr müde bin, mich auf einen erholsamen Schlaf freue, die Erwartung noch mit einem liebevoll gemischten Kräutertee unterstreiche und ins Bett gehe. Dann liege ich im Bett, atme tief durch, und der Tag zieht sanft vor meinem geistigen Auge vorbei.

Und dann gibt es da vor dem Eintauchen in den Schlaf einen Gedanken, ein Bild vom Tag oder eine Nachricht, etwas, was sich festkrallt, sich nicht weggähnen lässt, und es öffnet sich eine Schleuse. Eine Schleuse, die eine Gedankenüberschwemmung herbeispült, wie aus dem Nichts, das sich um eben dieses Festge­krallte dreht. Das war es dann mit dem Schlaf! Offensichtlich gibt es in solchen Nächten wichtigeres für meine Psyche als Schlaf.

Vorgestern war so eine Nacht. Es zogen viele Gedanken und Bilder vorbei: Der Ukrainekrieg, Überschwemmungen in Pakistan, die Klimakrise, Dürren in vielen Ländern, ausgetrocknete Flüsse, Privates, auch viele angenehme Begebenheiten, dann aber wieder Berichte über die steigenden Energie- und Lebenserhaltungs­kosten. Und die steigenden Preise krallten sich fest. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich tagsüber eine Unterhaltung mit einem Bekannten hatte.

Bei der Unterhaltung ging es um die steigenden Preise für Lebens­mittel, aber vor allem auch um die Energiekosten. Darum, wie diese langfristig bezahlt werden sollen. Was diese Kosten für den Wohl­stand der einzelnen bedeutet. Dass der Bekannte Befürchtungen hat, unter Druck steht und enttäuscht ist von der aktuellen Politik.

Was sagt man so einem Menschen?

Meinem Bekannten habe ich nur zugehört. Wer sich schon zu sehr in Rage geredet hat, ist nicht unbedingt empfänglich für Argu­mente oder einen rationalen Ge­dankenaustausch.

Was sagt man denn nun den Menschen, die sich um ihr Exis­tenzminimum sorgen müssen? Die finanziell gerade so zurechtkamen und nun ihre ganz realen Existenz­ängste haben?

Auf kompetente Beratungs­stellen zu verweisen, bei Antrag­stellungen zu helfen, Tipps zu geben, wo etwas günstiger zu beschaffen oder wie etwas günstiger selbst herzustellen ist, ist eine Sache.

Oft geht es allerdings um die Befürchtungen an sich. Um die Katastrophenfantasien, die entstehen können, wenn die Krise als unüberwindbar erscheint und das Handeln blockiert. Die uns dann mutlos werden lassen und verhindern, die eigenen Ressourcen anzuzapfen, die wir alle in uns tragen. Die uns helfen könnten, individuelle Lösungen zu finden.

Ja, es wird für uns alle ungemütlicher, es wird alles teurer, viele werden sich einschränken müssen und was uns noch alles erwartet, wissen wir heute noch nicht. Nicht einmal, ob die Krisen in absehbarer Zeit bewältigt werden können.

Doch egal was uns bevorsteht: Die Angst ist ein schlechter Rat­geber. Angst verleitet zu voreiligen Entscheidungen, verengt die Spielräume, macht unkreativ und verleitet oft zu unsozialen Aktionen.

Was wir jetzt vor allem brauchen, ist Gelassenheit. Ich meine diese Gelassenheit, die entstehen kann, wenn wir wissen, dass wir nicht allein sind. Die entsteht, wenn wir Menschen um uns haben, die uns zuhören, uns auffangen, uns trösten und auch helfen können. Diese Gelassenheit, die entsteht, wenn Menschen näher zusammenrücken, weil es die Situation erfordert. Die Art Gelassenheit, die uns wieder kreativ werden lässt. Die uns verbindet und vor allem Liebe spüren lässt.

Was bleibt sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte.
1. Korinther 13,13


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