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Auf ein Wort

„Manchmal kommt der Frieden auf leisen Sohlen“

Erinnern Sie sich an den 11. März 2022, es war ein Freitag? Da hatten wir in unserer Kirche ein regionales Friedensgebet, der Krieg in der Ukraine hatte uns aufgeschreckt. Mit dem Friedensgebet sind wir dann reihum durch die Kirchen unserer Region gegangen. Im Sommer allerdings schlief diese Initiative mangels Besucherinnen und Besuchern ein. Das ist jetzt alles lange vier Kriegs-Jahre her. Haben wir zu wenig Vertrauen in unsere Gebete? Sollten wir uns das Lied „O komm, du Geist der Wahr­heit“ von 1833 mal wieder anschauen, in dem die schöne Strophe steht „Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit.“?

Die Friedensbewegung, so ist immer wieder zu lesen, steckt seit dem Ukraine-Krieg in einer Krise. Ich habe noch die bittere Klage einer Friedensaktivistin im Ohr, die sich nicht damit abgeben wollte, dass jahrelange Friedensgebete, Aktionen und Demonstrationen in einem Krieg mitten in Europa endeten. Parolen wie „Frieden schaffen ohne Waffen“ sind auch innerhalb von friedensbewegten Menschen plötzlich umstritten.

Aber die Friedensbewegung lebt noch. Sie kennen ja bestimmt das Logo „Schwerter zu Pflugscharen“, das zum Symbol der Friedensbewe­gung der DDR wurde. Seit 1983 ist es das Erkennungssymbol der Ökumenischen FriedensDekade, die von Kirchen, Aktionsgemeinschaften und weiteren Institutionen getragen wird. In dem aktuellen Friedensbrief des Gesprächsforums der FriedensDekade schreibt Lars Blume: „Manchmal kommt der Frieden auf leisen Sohlen“ und gibt ein beeindruckendes Beispiel:

In dem weltweiten Kunstprojekt justice.peace.imagination (Gerechtigkeit, Frieden, Vorstellungskraft) kommt der Frieden als Bild. Die Initiatorin Miriam Kähne meint, dass wir Bilder und Ideen davon brauchen, wie die Welt anders als jetzt aussehen könnte, wo es hingehen soll. Sie hat hunderten Künst­lerinnen und Künstlern aus über zehn Ländern Sketchbooks (Skizzenbücher) mit leeren Seiten geschickt. Dazu die Fragen: „Wo begegnen dir Gerechtigkeit und Frieden in deiner Lebenswelt? Und wo fehlen sie? Und wie sieht sie aus: Unsere Welt, wenn sie gerecht und in Frieden ist?“ Die Künstler­innen und Künstler haben die Skizzenbücher gefüllt und zurückgeschickt. Die beeindruckenden Ergebnisse gehen von März bis November in einer Ausstellung auf eine Reise durch Ost- und Mittel­deutschland. (Infos: www.oekumenezentrum-ekm.de)

Bei der Ökumenischen Frie­dens­dekade (www.friedensdekade.de) finden Sie weitere Beispiele für leise und laute Friedensarbeit. Vielleicht findet sich ja in unserer Region eine Gruppe, die diese Arbeit zu uns bringen will! Das Motto der FriedensDekade in diesem Jahr heißt übrigens „couragiert widerständig“.

Johannes Neukirch

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© Christian Spengler, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Martin-Luther-Kirche Ahlem

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