0511 480269 Wunstorfer Landstraße 50a, 30453 Hannover

Statt Gottesdienst

Momentan gibt es nur alle 14 Tage Gottesdienste in der Martin-Luther-Kirche in Ahlem. Wenn Sie dort nicht teilnehmen können oder möchten oder an dem Sonn- bzw. Feiertag kein Gottesdienst stattfindet, so finden Sie hier ein Abendgebet mit Abendlied sowie Lesungen aus der Übertragung des Markus- bzw. Johannesevangeliums von Walter Jens und einige Choräle. Ab Kantate bis ggf. Pfingsten lesen wir aus verschiedenen Luther-Übersetzungen.

Die Fotografien, soweit sie Details unserer Kirche zeigen, stammen von Florian Rensing und Stefan Krause. Der Text der Lesungen bis Jubilate stammt aus: Die Zeit ist erfüllt. Die Stunde ist da. Das Markusevangelium bzw. Am Anfang. Das Wort. Das Johannesevangelium von Walter Jens (beide erschienen im Radius-Verlag 1990 bzw. 1993).

31.05.2020 - Pfingstsonntag

Lesungen

Genesis 11, gelesen von Pastor Stefan Krause. Quelle: Die Bibel, Lutherübersetzung, Hildburghausen & New York, 1831

Apg. 2, 1-24, gelesen von Pastor Stefan Krause. Quelle: Die Bibel, Lutherübersetzung, Hildburghausen & New York, 1831

Choral

Du meine Seele singe. Gesungen von Réka-Zsuzsánna Fülöp und Daniela Preisigke (Sopran)

Gruß vom Kirchturm

Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Evangelistar St. Peter, um 1200, Badische Landesbibliothek Karlsruhe. Mit freundlicher Genehmigung des Herder-Verlags.

Pfingstsonntag

Von Pastor Dr. Manuel Kronast

Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist!

So beginnt eines der Wochenlieder für den Pfingstsonntag.

Der Predigttext des diesjährigen Pfingstsonntags (Apostelgeschichte 2,1-21) beschreibt, wie es aussieht, wenn der Heilige Geist kommt: Es ist zehn Tage nach Himmelfahrt, die Jüngerinnen und Jünger fühlen sich von Jesus und Gott verlassen. Sie bleiben zu Hause, gehen nicht hinaus in die Stadt, wo gefeiert und in allen Sprachen gesungen wird. Sie wagen sich nicht vor die Tür. Dann aber werden sie von Gottes Geist erfasst, er kommt in Sturm und Feuerflammen. Sie öffnen die Türen, strömen ins Freie, verkündigen das Evangelium, taufen und heilen. Die Geschichte der Kirche hat begonnen.

In einem Evangelistar vom Anfang des 13. Jahrhunderts gibt es dazu ein Bild. Aber der Maler, ein Benediktinermönch, illustriert nicht die ganze Geschichte. Er nimmt sich eine einzelne Szene vor, die er eigenwillig auslegt.

Wie in der Apostelgeschichte sitzen die Jünger in einem Haus. Aber das ist kein Haus, wie wir es im ersten Jahrhundert in Jerusalem gefunden hätten, es ist eine mittelalterliche Burg. Dort sind die Jünger in Sicherheit, es ist aber auch ziemlich eng. Einige von ihnen halten die Heilige Schrift in der Hand, aber niemand liest darin. Sie unterhalten sich nicht, sondern schauen stumm in die Gegend oder nach oben. Wie Fischer, Handwerker oder Zöllner aus Palästina sehen sie nicht aus, sondern so wie sich ein Benediktinermönch im elsässischen Weißenburg um 1200 n. Chr. weise und verdiente Männer vorgestellt hat. Außerdem sind es nicht zwölf Jünger, sondern 13. Der Mönch hat einfach Paulus dazu gemalt, der in Wirklichkeit erst einige Jahre später zur Gemeinde stößt.

Von oben - durch das Dach der festen Burg hindurch - stößt aus einer Wolke eine Taube. Sie sendet blutrote Strahlen aus; wo sie die Jüngerköpfe berühren, bilden sich bescheidene und gemäßigte Flammen. Diese Taube steht natürlich für den Heiligen Geist, aber er kommt nicht im Sturm. Er kommt höchstens in der Ruhe vor dem Sturm. Trotzdem ist klar: Es wird so nicht weitergehen, der Heilige Geist wird Neues entstehen lassen. Aber was?

An dieser Stelle lässt uns der Maler mit dem Bild allein.

Wir können weiterdenken oder weitererzählen. Vielleicht genau so, wie es in der Apostelgeschichte erzählt wird, vielleicht ganz anders. Vielleicht für die Zeit des Mönchs oder für unsere Zeit.

Was ging dem Maler selbst wohl durch den Kopf, beim Malen hinter sicheren Klostermauern in der reichen Abtei. Vielleicht: Dicke Mauern sind nicht die Zukunft der Kirche, wir müssen da raus! Vielleicht ist das sein Antrieb, wenn er die Mauern verlässt: im Gebet oder zur Arbeit, zum Unterrichten oder Missionieren, zum Heilen oder Ackern.

Vielleicht (wenn auch historisch wenig wahrscheinlich) wollte er auch ausdrücken: Eine Kirche aus weißen weisen Männern hinter festen Mauern ist zu eng gedacht. Sie muss sich öffnen für Frauen und Kinder, Schwache und Starke, Eingesessene und Hergelaufene, Städtebauerinnen und Freigeister, Gelehrte und Seeleute, Nonnen und Politiker, die ganze Welt.

Ich finde es sehr spannend, dass dieser namenlose Mönch die Ruhe vor dem Sturm malt. Nicht die begeisternde Predigt des Petrus vor den Türen des Hauses. Nicht die vielen Menschen, die an diesem Tag zum Glauben kommen und sich taufen lassen. Nein, dreizehn Männer, die ihre Bücher bei sich haben, sicher im Glauben stehen und doch so fest in ihren Mauern eingezwängt sind, dass es nur einen kleinen Funken braucht, damit sie explodieren, ihre Mauern sprengen, hinausziehen, andere begeistern und das Alte, Gesicherte, Leblose hinter sich lassen. Er hat den Augenblick gemalt, in dem alles möglich ist.

Das Wunderbare ist: Es ist immer wieder alles möglich. Wir können die Geschichte für uns weiterdenken und weiterleben. Wo kommen wir denn da hin, wenn der Geist uns entzündet? Wenn sich Türen öffnen und Mauern durchlässig werden. Wenn wir blinzelnd ins Freie treten, uns ins Leben mischen und die Gotteskraft weitertragen. Der Glaube ist unser fester Boden. Der Heilige Geist lässt uns darauf tanzen.

Begeisternde Pfingsttage wünscht
Manuel Kronast

Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist, wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes, komm!
Komm, du Geist durchdringe uns. Komm, du Geist, kehr bei uns ein. Komm, du Geist, belebe uns, wir ersehnen dich!
Komm, du Geist der Heiligkeit, komm, du Geist der Wahrheit! Komm, du Geist, belebe uns, wir ersehnen dich!
Komm, du Geist, mach du uns eins, komm, du Geist, erfülle uns! Komm, du Geist, und schaff uns neu, wir ersehnen dich.
Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist, wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes, komm!
(Thomas Csanády / Roger Ibounigg 1985 – zweites Wochenlied des Pfingstsonntags)

Abendlieder

Jeden Abend um 18 Uhr läuten in Ahlem die Glocken. Sie läuten den Tag aus und den Abend, die spätere Nacht ein. Vielleicht hören Sie sie in diesen Tagen deutlicher. Vielleicht wirken sie anders auf Sie. Vielleicht sogar heimatlich …

Sie wollen auch zum Gebet einladen. Wer sich darin üben möchte, findet hier ein Abendgebet. Man kann es sprechen, allein oder zusammen, lauter oder leiser. Man kann es auch einfach nur lesen. Man kann es auch ändern. Man kann auch ganz eigene Worte finden.

Möchten Sie noch ein schönes Abendlied hören, klicken Sie auf den Abspiel-Button.
Gesungen und gespielt von Birgit und Castor Landvogt.

Der Mond ist aufgegangen (EG 482)

Nun sich der Tag geendet hat (EG 478)

Mein schönste Zier und Kleinod bist (EG 473)

Abendgebet

Herr, unser Gott,
kluge Mutter, barmherziger Vater,

ich bin in ungewohnter Lage,
getrennt von vielen, mit denen ich
sonst zusammen bin.

Wie wird es ausgehen? Woher kommt
so unvermutet die Seuchengefahr?
Wie lange wird es dauern?

Hilf, dass ich in aller Ungewissheit
und leiser Angst nicht
Zuversicht und Besonnenheit verliere.

Bewahre die Schwachen.
Sorge für die Kranken,
die Alten ohne Besuch,
die Obdachlosen.
Sei bei allen, die sterben.

Bewahre und stärke,
die in Krankenhäusern und Laboren
arbeiten und forschen,
die Kranke pflegen,
Isolierte versorgen
und sich darum mühen, dass wir haben,
was wir zum Leben brauchen.

Lass uns an die Menschen denken, die ihre wirtschaftliche Existenz in Frage gestellt sehen.

Lass uns auch die nicht vergessen deren Leben schon immer auf einer zerbrechlichen Grundlage steht. Meist jenseits unserer Grenzen in Kriegsgebieten und unter elenden Verhältnissen müssen sie leben - manche von ihnen gestrandet auf den Inseln, unterwegs auf dem Meer, durch die Wüste, eingesperrt in den Lagern, ohne Chance an den Grenzen.

Lass, alle miteinander, ruhig schlafen in dieser Nacht.
Lass uns alle miteinander am nächsten Morgen aufstehen und einen Weg finden.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Postanschrift: Martin-Luther-Kirche Ahlem, Wunstorfer Landstraße 50b, 30453 Hannover

Gemeindebüro: Telefon: 0511 48 02 69, Fax: 0511 48 07 98, E-Mail: info@martin-luther-ahlem.de, Öffnungszeiten: Di., 16-18 Uhr, Do., 10-12 Uhr

Spendenkonto: Evangelische Bank eG: Stadtkirchenkasse, IBAN: DE38 5206 0410 0006 6047 30. Bitte verwenden Sie unbedingt folgenden Verwendungszweck: 0711 Martin-Luther Ahlem Spende - (ggf. Spendenzweck) - Spender Name

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