25.06.2018 - Die Zukunft unserer Gemeinde

Initiative Gemeinwesendiakonie

Die Martin-Luther-Gemeinde auf dem Weg in die Zukunft

Sie erinnern sich vielleicht, dass wir Sie am Tag der Kirchenvorstandswahl gebeten haben, uns Ihre Anregungen, Wünsche und auch Kritik aufzuschreiben und auf einer Pinnwand zu veröffentlichen. Unsere Freude war groß, haben doch viele Gemeindemitglieder diese Gelegenheit genutzt.

Auch der Abend, an dem sich die Kandidatinnen und Kandidaten für die Kirchenvorstandswahl vorstellten, war von einer lebhaften Diskussion begleitet, was denn noch alles zu tun sei in der Gemeinde.

Damit die Entscheidung darüber, welche Wege eingeschlagen werden, klarer wird, hat sich der Kirchenvorstand für die Initiative Gemeinwesendiakonie beworben und ist eine von sechs Gemeinden in der Landeskirche, die an diesem Prozess teilnehmen dürfen. Was heißt das für uns?

Wir werden als Gemeinde bei einem Prozess von Profis begleitet, die Erfahrung haben, viele Ideen von vielen Menschen „unter einen Hut zu bekommen“. Dieser Prozess wird die Gemeinde in den kommenden zwei Jahren herausfordern. Ziel ist es dabei, gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie unsere Martin-Luther-Gemeinde zukünftig aussehen soll.

Der Wunsch des Kirchenvorstands ist es, dabei so viele Menschen aus der Gemeinde, aber auch uns nahestehende (und vielleicht sogar uns gegenüber kritisch eingestellte) zu begeistern, diesen Weg mit uns zu gehen.

In diesem Jahr wird es dazu noch drei Highlights auf diesem Weg geben. Am 25. Juni werden wir zusammen mit den Verantwortlichen der Gemeindediakonie unsere Gemeinde und auch unseren Stadtteil, in dem wir leben, analysieren. Nach den Sommerferien (der Termin steht noch nicht fest) werden wir in einem Workshop Ideen entwickeln und seien sie noch so utopisch. Um dann im Herbst (auch dieser Termin wird noch festgelegt) in einem weiteren Workshop die Ideen aufzugreifen und in Vorhaben umzusetzen, an denen wir dann in den kommenden Jahren zusammen arbeiten.

Zu allen diesen „Highlights“ werden Sie herzlich eingeladen und wir freuen uns auf Ihre Teilnahme, Ihre Ideen und auch Ihre Kritik.

Bernd Möller

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Lange konnte ich nicht einschlafen. Mein Hirn schickte sich an, die gefühlt eine Million Gedanken des Nachmittags zu ordnen. So viele Eindrücke und Impulse sind in den sechs Stunden des 25. Juni 2018 auf mich eingeprasselt.

Das recht sperrige Wort „Gemeinwesendiakonie“ kann allerdings nicht annähernd den Inhalt und die Diskussionen dieses Nachmittags wiedergeben. Was war also passiert? Kurz gesagt: Die Gemeinde hat sich auf den Weg gemacht. Doch ist schon die ganze Gemeinde unterwegs? Und wohin?

Der Kirchenvorstand hat die Chance ergriffen, sich professionelle Beratung und Unterstützung seitens der Landeskirche Hannovers ins Haus zu holen. Das Ziel dieser Beratung ist die erfolgreiche Umsetzung eines geplanten Vorhabens zur Stärkung und/oder Erweiterung des kirchlichen Angebots.

Um sich überhaupt für diesen Prozess bewerben zu können, musste das Kind dann auch schon einen Namen bekommen. Die Aussage, dass wir nicht genau wissen, wohin wir wollen, wäre sicher auch eine intensive Beratung wert, hätte aber in diesem Fall nicht ausgereicht. So heißt das Kind jetzt „Vom Gemeindehaus zum Quartierszentrum“. Dies ist der Arbeitstitel, unter dem sich einige Gemeindeglieder auf den Weg gemacht haben, in der Hoffnung, diesen Weg mit möglichst vielen gemeinsam zu gehen.

Auch wenn das Anliegen schon einen Namen hat, so ist doch das Ziel überhaupt noch nicht festgelegt. Die Wünsche der Teilnehmer ergeben ein sehr buntes Bild. Die Motivation, nicht auf dem Status Quo zu verharren, ist bei einigen der diffus spürbare Bedeutungsverlust von Kirche. Andere wiederum wünschen sich einen Ort der Begegnung, eine stärkere Vernetzung aller Akteure im Stadtteil, eine bessere Kommunikation miteinander oder wollen einfach nur dabei sein, wenn es los geht. Wie kann die Kirche stärker in die Öffentlichkeit rücken oder wie können wir den Stadtteil besser kennen lernen, sind weitere Fragen.

Die IST-Analyse ergab, dass die Martin-Luther-Kirche bereits etliche interessante Angebote in einer großen Vielfalt bereithält, von der Jugendarbeit über das Café bis zu den Kulturveranstaltungen. Auch gibt es eine Menge Erfahrung bei vielen Gemeindemitgliedern zu den verschiedensten Themen. Trotzdem fehlt doch etwas, was alle Menschen im Stadtteil verbindet und einen deutlichen Nutzen für die Probleme in Ahlem bietet. Synergieeffekte und Ressourcen werden zu wenig genutzt und durch die geringe personelle Besetzung entstehen Stress und Hektik. Die ungewisse finanzielle Zukunft ist ein anderer Punkt, der immer wieder auf der Tagesordnung steht.

Die Meisten verlassen diese Veranstaltung mit gemischten Gefühlen. Es sind mehr Fragen entstanden als beantwortet wurden. Auch sind sicher noch nicht alle unterwegs, die Anwesenden haben aber zumindest schon den Blick erhoben, um sich nach einer gangbaren Richtung umzuschauen. Klar ist schon jetzt: Die Martin-Luther-Kirche muss sich viel stärker als bisher in den Stadtteil öffnen. Was auch immer das heißen mag. Das bedeutet zumindest, dass eine Entwicklung nur in Hinblick auf die Wünsche der Menschen in Ahlem stattfinden kann. Daher gilt es in einem ersten Schritt herauszufinden, in welchen Bereichen die Bedürfnisse liegen. Auf dieser Grundlage können die Ideen geboren werden, die die Martin-Luther-Kirche in die Zukunft tragen.

Wohin das führt? Keine Ahnung! Vielleicht genau da hin, wohin auch Sie wollen. Machen Sie sich mit uns auf den Weg, der die Gemeinde und den Stadtteil zu einem (er)lebenswerten Ort für Sie und Ihre Kinder macht.

Christian Spengler