Auf ein Wort

42 - Teil 2

42, was soll das denn: Schuhgröße, Kleidergröße oder...?

42 war das Motto unserer diesjährigen regionalen KonfirmandInnenfreizeit, bekannt unter dem Kürzel KUF. Dort ging es um Fragen und Antworten des Lebens, man könnte auch sagen um den „Sinn des Lebens“.

Was die 42 damit zu tun hat? Wer den Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams kennt oder das vorletzte „Auf ein Wort“ von Herrn Pastor Kronast gelesen hat, weiß: 42 ist „die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. Also kurz zusammengefasst: Die Antwort auf alle Fragen.

42! Cool, die Antwort auf alle Fragen. Da braucht man gar nicht herum diskutieren, streiten, googeln oder sich den Kopf zerbrechen. Alles klar: 42.

Eigentlich ist 42 so etwas wie „ja oder nein“, „schwarz oder weiß“, „gut oder böse“, „richtig oder falsch“. Nur eben noch einfacher.

Es gibt viele Fragen, die man einfach beantworten kann: Wohnst Du in Deutschland? Ja! Ist 3 mal 3 = 6? Falsch! Wie ist die böse Hexe? Böse! Wobei, schon bei der letzten Antwort bin ich mir nicht sicher und da kommen Fragezeichen auf. Ist die böse Hexe bei näherem Hinsehen vielleicht eigentlich doch die Gute?

Die meisten Fragen sind eben nicht so klar zu beantworten. Da reicht kein Nein oder Ja und schon gar keine 42.
Auch wenn wir vielleicht die einfachen Antworten bevorzugen: Das Auseinanderbrechen einer Beziehung ist eben nicht mit „ich bin die Gute und er der Böse“ zu erklären. Und bei der Frage, ob es einem gut geht, ist ein einfaches Ja meist zu kurz gegriffen. Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ ist auch nicht mit einer einfachen Antwort wie „Obergrenze“ zu beantworten, auch wenn nicht wenige in diesem Land denken, dass damit ihre Welt gerettet wäre.

Wir als Christen haben keinen Gott, der uns genau sagt, was wir tun oder lassen sollen. So einfach ist das nicht, wir müssen und dürfen unser Hirn und unseren Bauch schon selbst einschalten. Das ist die Freiheit eines Christenmenschen.

Es gibt zwar Richtlinien, Beispiele oder Lösungsvorschläge in der Bibel, die uns Orientierung geben und uns andere Möglichkeiten zu handeln eröffnen, als die gängigen.

Ich denke da zum Beispiel an die Aussage von Jesus „Wenn Dir einer auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm auch die linke hin“.
Wie wir im Alltag konkret auf alle möglichen Situationen reagieren, müssen wir trotzdem selbst entscheiden und verantworten.

Eine Messlatte dafür könnte sein: Dient mein Handeln dieser Welt, Gottes Schöpfung, meinen Mitmenschen? Oder eher mir? Oder...?

Wenn ich diese Messlatte anlege, reicht mir dann doch auch öfter mal die 42 im Sinne von einer einfachen und klaren Antwort.

Da gibt es eigentlich kein „Wenn und Aber“ oder vielschichtige Sichtweisen. Auf die Frage, ob Mobbing, Missbrauch, Krieg, Terror, Flüchtlingsheime anzünden... irgendwie doch richtig sind, gehört eine einfache und klare Antwort: Nein!

42, die Antwort auf alle Fragen: Anderen helfen ist 42, Lachen ist 42, Frieden ist 42, satt werden ist 42, Liebe ist 42...

Ach übrigens, auch 96 ist eine Zahl, über die es sich nachzudenken lohnt. Das will mein Kollege Herr Pastor Siemers-Ziegler in einer der nächsten Ausgaben übernehmen...

Kerstin Rensing,
Diakonin unserer
Region West