Stichwort "Fair"

Was bedeutet "Fairer Handel"?

Was bedeutet eigentlich das "Fair" in unserem Cafe "Faire Bohne"?

Viele verbinden mit dem „Fair“ im Namen unseres Café die fairen Preise für Kaffee, Kuchen, und so weiter. Die sind wirklich fair oder anders gesagt: Dieses Café kann man sich auch mit schmalerem Geldbeutel eher oder öfter leisten.

Eigentlich zielt das „Fair“ der „Fairen Bohne“ aber weit über diese Tatsache hinaus: Es geht dabei vorrangig um mehr Gerechtigkeit für arme Menschen in den weit entfernten Kaffeeanbauländern. Menschen, die wir oft beim Genuss eines leckeren Cappuccinos nicht im Blick haben, obwohl sie sich für eine Tasse ungefähr 34 mal gebückt haben, um die ca. 68 dafür nötigen Bohnen zu pflücken.

Beim konventionell angebauten Kaffee geschieht diese Arbeit oft unter menschenunwürdigen Bedingungen. So ist z.B. durch den hohen Einsatz von Umweltgiften -wie Pestiziden zur Steigerung der Ernte- die Gesundheit der Kleinbauern stark gefährdet und der erzielte Lohn, den sie für ihre Arbeit erhalten, reicht kaum, um ihre Familien mit dem Nötigsten zu versorgen.

Ziele des fairen Handels sind gerechtere Löhne für die Arbeit der Kaffeebauern unter menschenwürdigen Bedingungen. Der Moema-Kaffee, den wir in unserem Cafe ausschenken, stammt nicht nur aus dem "Fairen Handel", sondern geht noch ein paar Schritte weiter. Beim Moema-Kaffee erfolgt auch die Weiterverarbeitung der Kaffeebohnen im Anbauland. Die Bauern rösten und verpacken den Kaffee, wodurch ihr Lohn um ein Mehrfaches höher ist, als im konventionellen Handel, wo ein großer Teil des Geldes in den Werbeetat und den Zwischenhandel fließt.

Außerdem wird bei unserem Kaffee ein für die Umwelt nachhaltiger Anbau garantiert, in dem unter anderem so weit wie möglich auf Umweltgifte verzichtet oder mit der Ressource Wasser schonend umgegangen wird. Zusätzlich werden die im jeweiligen Land geltenden Arbeiterrechte, wie der Verzicht auf Kinderarbeit oder Arbeitszeitreglungen eingehalten. Die Regelungen sind in Brasilien - dem Land, aus dem unser Espresso kommt - besonders streng.

Wie ist das bei uns im Café?

In unserem Cafe verwenden wir übrigens neben dem Kaffee auch Tee, Kakao und Rohrzucker aus dem „Fairen Handel“. Zum Verkauf bieten wir außerdem Espresso, Filterkaffee, Tee, Kakao, Schokolade, getrocknete Mangos, Honig,... an.

Wo kommt unser Kaffee her?

Ökofaire Beschaffung im Cafébetrieb

Der von uns ausgeschenkte Espresso, aus dem sich allerlei leckere Kaffeespezialitäten zaubern lassen, wird unter zwei Labeln vertrieben: „Moema – more than fair trade“ und „Rainforce Alliance“. Das Prinzip des Moema-Kaffees geht noch ein paar Schritte über den uns bekannten fairen Handel hinaus. Beim Moema-Kaffee erfolgt auch die Weiterverarbeitung der Kaffeebohnen im Anbauland. Die Bauern rösten und verpacken den Kaffee, wodurch ihr Lohn um ein Mehrfaches höher ist, als im konventionellen Handel, wo ein großer Teil des Geldes in den Werbeetat und den Zwischenhandel fließt. Außerdem wird durch die Rainforce Alliance ein für die Umwelt nachhaltiger Anbau garantiert, in dem unter anderem so weit wie möglich auf Umweltgifte verzichtet oder mit der Ressource Wasser schonend umgegangen wird.

Der Name des Cafés „Faire Bohne“ ist Programm. Die anfängliche Idee, fair gehandelten Kaffee auszuschenken, hat sich auch schnell auf die anderen Angebote ausgeweitet. So achten wir beim Einkauf der Lebensmittel auf die Gütesiegel der Gepa und auf deren ökologische Erzeugung. Nicht immer ist der Bezug ökologisch hergestellter und fair gehandelter Lebensmittel möglich. In diesen Fällen achten wir verstärkt auf regionale Produkte. Der Kuchen wird fast ausschließlich durch Ehrenamtliche gebacken, was die Identifikation mit dem Café und der Gemeinde stärkt.

Auf diese Weise können wir unseren Gästen ein hochwertiges und leckeres Angebot bieten.

Ökofaire Beschaffung beim Weiterverkauf

Neben dem Cafébetrieb werden auch fair gehandelte Produkte verkauft. Traditionell werden in der Martin-Luther-Kirche bereits seit Jahren fair gehandelte Produkte über den „Eine-Welt-Waren“-Stand einmal monatlich nach dem Gottesdienst zum Verkauf angeboten.

Der „Eine-Welt-Waren“-Stand verkauft hauptsächlich Produkte der Gepa, wie Schokolade, Honig, Zucker, Kakao und Kaffee. Diese Produkte können nun zusätzlich zum Verkauf nach dem Gottesdienst auch im Café erworben werden. Gleichzeitig steht auch der Moema-Espresso zum Kauf für die Cafébesucher zur Verfügung.

Auf diese Weise erreichen wir ein größeres Publikum, das sich an den fair gehandelten Genüssen auch zu Hause erfreuen möchte.

Wer steht hinter dem Café?

Identifikation der Mitarbeiter

Die Idee zum Café Faire Bohne entstand aus einer Gruppe von Frauen, die neben der Organisation von Basaren und anderen Veranstaltungen eine neue Idee umsetzen wollte.

Ein wichtiger Aspekt für die Umsetzung der Idee war die Schaffung eines Kommunikationspunktes für die Gemeinde und darüber hinaus für den ganzen Stadtteil. Ein weiterer wichtiger Aspekt war der Ausschank fair gehandelten Kaffees in erstklassiger Qualität. Nach einigen Kaffee-Verköstigungen wurde dann der Moema-Espresso ausgewählt.

Für die Namensgebung des Cafés wurde innerhalb der Gemeinde ein Wettbewerb ausgelobt. Aus den Rund 40 Namensvorschlägen fiel die Wahl auf den Namen „Café Faire Bohne“. Durch den Layouter des Gemeindebriefs und seine Tochter entstand ein Logo, das zum einen durch den Schriftzug „Café“ und die Tasse die Gemütlichkeit hervorheben und zum anderen mit dem Schriftzug „Faire Bohne“ den Aufdruck auf einem Sack mit Kaffeebohnen andeuten soll. Das Logo entstand in einer farbigen und einer für den s/w-Druck geeigneten Variante.

Die hohe Identifikation mit dem Café-Projekt kann man daran erkennen, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter das Café für private Treffen und auch Feiern nutzen. Der Dienst hinter dem Tresen wird teils fast gleichwertig zur Erwerbstätigkeit geplant und Jugendliche arbeiten und unterstützen tatkräftig am Tresen. Dies führt auch dazu, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter ein größeres Bewusstsein für fair gehandelte Waren bekommen und dies auch teilweise in ihrem privaten Einkauf berücksichtigen.

Wie sagen wir es weiter?

Externe Kommunikation

Das Café hat in unserem Stadtteil eine Lücke geschlossen und ist ein beliebter Treffpunkt geworden, wie uns Gäste berichten: „Alles so unkompliziert wie zuhause, Kaffee und Kuchen sind spitze - einen herzlichen Dank an die vielen Helferlein. Man sitzt hier gut und hat gleich Anschluss.“

Über diesen Treffpunkt versuchen wir das Thema des fairen Handels auch weiterzutragen. Getränkekarten und Flyer informieren in kleinen „Häppchen“ über das Thema. Dieser Webauftritt begleitet alle Aktivitäten des Cafés. Verschiedene Veranstaltungen werden im Café durchgeführt. Zum einen werden kirchliche Veranstaltungen vom Café begleitet, wie z. B. Konzerte oder auch das Afrikafest, bei dem die Partnergemeinde in Chegato im Mittelpunkt stand. Eine eigene Veranstaltungsreihe „Faire Bohne live“ rundet das Angebot ab und lockt viele Menschen in die Kirche, die sonst nur wenig Kontakt zur Kirche haben.

Das Café und alle Veranstaltungen werden im Stadtteil und über dessen Grenzen hinaus beworben. In etlichen Geschäften und Einrichtungen können entsprechende Plakate ausgehängt und Handzettel verteilt werden. Über das Café ist so eine Plattform entstanden, die über den geselligen Aspekt in der Lage ist, das Thema „fairer Handel“ sehr weit in die Gemeinde hineinzutragen.

Auch über die Grenzen der Gemeinde hinaus wird die Initiative der Gemeinde wahrgenommen. Dies drückt sich in besonderem Maße durch die Einladung der SPD-Bundestagsfraktion zur Teilnahme am Aktionstag RIO+20 am 25. April 2012 in Berlin aus. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit ein Gesicht geben“ wird der Aktionstag mit rund 50 eingeladenen Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet veranstalt. Mit dem „Markt der Möglichkeiten“ wird den Initiativen und so auch dem Café Faire Bohne die Gelegenheit geben, ihre Tätigkeiten den Abgeordneten und Gästen mit einem eigenen Stand zu präsentieren, Kontakt zu anderen Projekten herzustellen und möglicherweise neue Anregungen für ihre eigene Arbeit mitzunehmen. Die Veranstaltung wird eröffnet durch Dr. Frank-Walter Steinmeier, MdB und betreut durch Dr. Matthias Miersch, MdB und Ingrid Arndt-Brauer, MdB.

Interne Kommunikation

Die Kommunikation der Gruppe findet auf vielen verschiedenen Wegen statt. Neben den praktischen Aspekten, wie der Organisation von Diensten und Veranstaltungen informiert sich die Gruppe über den fairen Handel, z. B. mit Filmen und Gesprächen zu dem Thema. Alle 6 Wochen findet ein intensiver Austausch statt, darüber hinaus in regelmäßiger E-Mail-Kommunikation, über den internen Bereich des Internetauftritts und durch zahlreiche spontane Treffen im Café. Insgesamt ist eine offene Gruppe entstanden, die sich auch weiter über Verstärkung freut.

Jetzt kommt es auf Sie an!